34. Närrischer Worschtabend 2009
„Ein traumhafter Fastnachtsauftakt“, „eine hervorragende Sitzung“, so verlautete es aus dem Publikum des 34. Närrischen Worschtabends des Radfahrervereins 1910 e.V.. Ein vierfarbbunter Reigen der besten Redner und Gruppen der Budenheimer und Mainzer Fastnacht wurde den Besuchern geboten, ein neuer Höhepunkt närrischen Brauchtums beim RVE. Der Vorsitzende des RVE Roland Lang hatte in seiner Begrüßung wahrlich nicht zuviel versprochen.
Die Sitzung eröffnete die Garde der Prinzessin unter Leitung von Karl Zimmermann mit dem Einzug des Damenkomitees (Uschi Bohn, Dagmar Bläser, Hannelore Hammen, Gudila Kissel, Claudia Koch, Gisela Stamm).
Als „Eisbrecher“ zu Beginn des Programms fungierte Gerhard Becker in der Traditionsfigur des RVE, dem Narren-Clown. In seinem Protokoll nahm er Ereignisse aus dem Ortsgeschehen des vergangenen Jahres auf`s Korn. Den ganzen Saal in Bewegung brachte „Schunkel-Pädagogin“ Uschi Bohn in einem Fortgeschrittenenkurs mit den verschiedensten Schunkelübungen, die Frauen und Männer abwechselnd und zusammen forderten. Herbert Klauer, Hans Schmelzer und Bert Garhammer heizten als VDK-Sänger dem Publikum mit ihren Liedern weiter kräftig ein.

>Die VDK-Sänger<
Von den Herausforderungen des spontanen Entschlusses als „übergewichtiger Hexemer Borsch“ am Mainz-Marathon teil zu nehmen, berichtete Thomas Kaiser, dessen "Beine niemals still standen“. Als „Mamakindchen“, dessen Mutter sich vergeblich bemüht, ihn an die Frau zu bringen, brillierte mit einem Liedvortrag Bernd Köhler. Mit „Ich bleib lieber bei meiner Mama“, machte er alle Hoffnungen zunichte. Deutlich erfolgreicher als er agierte Holger Thomas, der als „Callboy“ erfolgreich die Frauen von seinen ganz besonderen Vorzügen überzeugte.
Holger Thomas als >Callboy<
Anschließend bezauberten die 10- bis 12-jährigen Mädchen der Showtanzgruppe „Dauer Power“ des Turnvereins Finthen in ihrem Ballet mit einer gelungenen Kombination aus tänzerischen und akrobatischen Elementen zu Melodien aus dem Musical „Cats“. Als Stimmungskanone erwies sich Dieter Meisenzahl, der seine Rolle als „Schulbub“ überzeugend verkörperte und das Publikum auch noch zur Fahrt mit der „Bimmelbahn nach Finthen“ einlud. Den Abschluß des ersten Teiles der Sitzung bildete die Musikgruppe der Altrheinstromer (Uwe Hager, Andreas Mayer, Thomas Wucher), die das Auditorium mit ihren Liedern als Männer vom Bau begeisterten. Erst nach entsprechender Zugabe wurden sie vom Publikum unter den Klängen des Narhalla-Marsches verabschiedet.

Die >Altrheinstromer<
Beim Pausenempfang konnte der Tandemsprecher des RVE Wolfgang Höptner im Beisein von Bürgermeister Rainer Becker und des Blütenhauses zwei neue Tandemmitglieder begrüßen: Mario Berg und Gisbert Hammen. Ein besonderes Lob wurde Sitzungspräsidentin Uschi Bohn ausgesprochen, die locker und souverän durch die Sitzung führte, stets auf den Punkt präsent war.

Tandemsprecher Wolfgang Höptner und Bürgermeister Rainer Becker
Den zweiten Teil des Worschtabends eröffnete Elisabeth de Jong als „Rockerbraut Elvira Storch“, die sogleich alle wieder in ausgelassene Stimmung versetzte. Mit einer ausgeklügelten Choreografie überzeugte das Männerballett Set-up aus Ginsheim zu Liedern der ehemals Neuen Deutschen Welle, deren Auftritt in Netzhemden bei den Damen besonderes Wohlgefallen fand. Von den zahlreichen Pflichten seines Amtslebens berichtete zur frenetischen Begeisterung des gesamten Saales Bürgermeister Rainer Becker und führte aus, daß „er vor allem Dorscht vertragen muß“. „Aber ihr Leit vergeßt mir nit, mit jedem Schluck tue ich nur mei Pflicht“, betonte er.
Bürgermeister Rainer Becker
Akrobatische Leistungen vollbrachte die Truppe der Mainzer Klinik-Athleten, die als Müllmänner Ballettelemente mit kunstkraftsportlichen Übungen wie der einer Pyramide verbanden. Worschtkönigin des Abends wurde Monika Laake. Sie löste das Rätsel, das alle seit Betreten des Saales beschäftigte, „wie schwer die auf der Bühne präsentierte Wurst ist“, am genauesten.

Worschtkönigin Monika Laake
Die DTB-Showgruppe des Jahres 2008 „Fit for Dance“ (Leitung Sigi Schättler) des Turnvereins Finthen beindruckte mit einer herausragenden tänzerischen und akrobatischen Leistung. Der blitzschnelle Wechsel unter dem Thema „Classic meets Rock“ von Walzerklängen in barocken Kostümen zu hautengen Trikots mit Federboas und den Rockrhythmen der Gruppe Queen, die Präzision und Synchronität des Balletts, das zauberhafte Bild der Gruppe auf der Bühne, zurecht forderte das Publikum Zugaben für diese außergewöhnliche Leistung.

>Fit for Dance<
Der Abschluß des Abends gehörte wie immer den Backstubesängern unter der Leitung von Jupp Quetscher und Toni Hoffmann. In die tosende Begeisterung mischte sich etwas Wehmut, als Sitzungspräsidentin Uschi Bohn verkündete, daß dies die Abschiedsvorstellung der Backstubesänger beim RVE war, die in der nächsten Kampagne aus Altersgründen nicht mehr dabei sein werden. So wurden sie erst nach mehrmaligen Zugaben schweren Herzens von der närrischen Rostra entlassen.

>Die Backstubesänger<
Zum Ausklang spielte Udo Beuel, der auch für die musikalische Umrahmung der Sitzung sorgte, noch zum Tanz auf, bis sich in der späten Nacht auch die letzten Närrinnen und Narhallesen glücklichen Herzens auf den Nachhauseweg begaben.
Fotos: Bildarchiv Steffens/Ralph Rainer Steffens Text: Ralph R. Steffens
