Hofner`s Bauerntheater 2006
"Auf Wiedersehen im nächsten Jahr", so verabschiedete der 1.Vorsitzende des RVE Budenheim 1910 e.V. Roland Lang unter tosendem Beifall Hofner´s Bauerntheater bei ihrem Gastspiel am 28.10.2006 im Bürgerhaus unserer Gemeinde. Vor vollständig ausverkauftem Haus, darunter auch Bürgermeister Rainer Becker und das Blütenhaus, wurde das bayerische Lustspiel "Die drei Blindgänger" aufgeführt. In den Pausen unterhielten Hofner´s Musikanten mit zünftigen Liedern.

Die "drei Blindgänger" das sind die Brüder Peter (Franz Sperlich), Paul (Reinhard Elze) und Juliander (Günter Sperlich), die zusammen mit der alten Hauswirtschafterin Veronika (Rita Sperlich) ihren Berghof bewirtschaften. Um die Sauberkeit des Haushaltes ist es schlecht bestellt, da die eingefleischten Junggesellen dafür wenig Notwendigkeit sehen.

"Ein Leben ohne Weib ist wie eine Suppe ohne Salz", benennt der Viehhändler und Kuppler Girgl Anthuber (Theo Sperlich) gleichsam das Motto des Stückes und schlägt die Haslocherin Marie Hofner (Ilse Elze), eine heiratslustige, reiche, aber alte Witwe als Bäuerin vor. Das Schicksal hat jedoch anderes im Sinn. Denn als eines Abends ein Baby vor der Tür des Hauses abgelegt wird, mit der schriftlich niedergelegten Hoffnung der Kindsmutter dort barmherzige Menschen zu finden, die sich ihres Kindes annehmen, von dem sie sich aus Not und Elend trennen muß.
Juliander erklärt sich als Finder sogleich zum "Vater" des Kinders und Peter wird um Hilfe bittend zum Pfarrer geschickt. Dieser schickt den Brüdern die schöne Maralen als Kindsmagd, die von nun an nicht nur das Kind, sondern auch die Brüder auf das Angenehmste versorgt. So vollzieht sich am Hof schnellstens ein völliger Sinneswandel. Die Brüder putzen sich heraus und bemühen sich augenfällig um Maralen. Auch Veronika kommt zu dem Urteil, daß sich eine so fleißige und saubere Magd recht zur Bäuerin eignet und man mit ihr keinen schlechten Fang macht.

Doch wer von den Brüdern soll sie denn nun heiraten? Dem Brauch zufolge muß zuerst der Älteste diesen Schritt gehen. Doch Maralenas Herz hat sich schon längst für den jüngsten der Brüder, den äußerst schüchternen Juliander entschieden. So bedarf es noch außerordentlicher Anstrengungen Maralenas, unterstützt von der alten Veronika und unterbrochen noch von einem turbulenten Auftritt der Haslocherin, die vergeblich um einen der Brüder freit, bis sich die beiden Liebenden ihre Liebe eingestehen und zueinander finden.

Ein rundum gelungener Abend, den man in Budenheim so schnell nicht vergessen wird.
Text und Fotos: Ralph Rainer Steffens
